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Asiatische Riesenhornisse: Stich, Bekämpfung & Meldepflicht

Tobias Becker Bauer • 2026-07-23 • Gepruft von Daniel Becker

Die Asiatische Riesenhornisse sorgt in Deutschland für Unruhe – und das nicht nur bei Imkern. Zwischen Stichgefahr, Bienensterben und einer überraschenden Gesetzeslage ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten – was wirklich stimmt, welche Schutzmassnahmen taugen und wie Sie sich korrekt verhalten, zeigt dieser Artikel.

Höchstgeschwindigkeit: ca. 40 km/h ·
Körpergröße (Königin): bis 5 cm ·
Verbreitung in Europa seit: 2004 (Frankreich) ·
Bundesländer mit Sichtungen 2025: 12

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob die Art sich dauerhaft in Mitteleuropa etabliert, ist Gegenstand der Forschung.
  • Langzeitfolgen für heimische Insektenfauna noch nicht abschließend bewertet.
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Was ist die Asiatische Riesenhornisse und warum ist sie so gefährlich?

Die Asiatische Riesenhornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die in Deutschland seit März 2025 als etabliert gilt. Sie jagt Honigbienen und ihr Stich ist extrem schmerzhaft. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zur heimischen Europäischen Hornisse.

Merkmal Asiatische Riesenhornisse Europäische Hornisse
Wissenschaftlicher Name Vespa velutina Vespa crabro
Körperlänge Königin bis 5 cm bis 3,5 cm
Körperlänge Arbeiterin 3,0 – 3,5 cm 2,5 – 3,0 cm
Giftwirkung stark schmerzhaft, neurotoxisch schmerzhaft, aber weniger stark
Verbreitung in Deutschland in 12 Bundesländern (2025) heimisch, weit verbreitet

Die Asiatische Riesenhornisse ist nicht nur größer, sondern auch aggressiver in der Jagd auf Bienen.

Abgrenzung zur Europäischen Hornisse

Während die Europäische Hornisse (Vespa crabro) in Deutschland heimisch ist und unter Naturschutz steht, ist die Asiatische Riesenhornisse eine invasive Art, die erst seit 2004 in Europa nachgewiesen ist.

Giftigkeit des Stichs

Der Stich der Asiatischen Riesenhornisse ist einer der schmerzhaftesten unter Insekten. Das Gift enthält Neurotoxine, die bei Mehrfachstichen oder Allergikern lebensbedrohlich sein können. (NABU (Naturschutzbund))

Fakten im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Fakten zur Asiatischen Riesenhornisse zusammen.

Merkmal Wert Quelle
Wissenschaftlicher Name Vespa velutina Umweltbundesamt
Körperlänge Königin bis 5 cm Umweltbundesamt
Körperlänge Arbeiterin 3,0 – 3,5 cm Umweltbundesamt
Ursprungsgebiet Ost- und Südostasien Umweltbundesamt
Erster europäischer Nachweis 2004 (Frankreich) Umweltbundesamt
Einstufung in Deutschland seit März 2025 (Management statt Frühwarnung) Umweltbundesamt
Ausbreitung in Deutschland (2025) 12 Bundesländer NABU
Giftwirkung stark schmerzhaft, neurotoxisch; selten tödlich für Erwachsene NABU

Wie gefährlich ist ein Stich der Asiatischen Riesenhornisse?

Symptome nach einem Stich

  • Starke lokale Schwellung, Rötung
  • Stich als einer der schmerzhaftesten unter Insekten beschrieben (NABU (Naturschutzbund))
  • Bei Allergikern: anaphylaktischer Schock möglich

Erste Hilfe Maßnahmen

  1. Stichstelle kühlen, keine Kühlpflaster auf offene Wunde
  2. Bei Atemnot, Schwindel oder Kreislaufproblemen sofort Notarzt rufen
  3. Bei Mehrfachstichen (mehr als 10) immer ärztliche Abklärung
Fazit: Für den gesunden Erwachsenen ist ein einzelner Stich selten lebensbedrohlich, aber extrem schmerzhaft. Allergiker und Kinder nach Mehrfachstichen brauchen sofortige medizinische Hilfe.

Die Gefahr eines Stichs sollte nicht unterschätzt werden, insbesondere für Allergiker und Kinder.

Was ist das Problem mit der Asiatischen Hornisse in Deutschland?

Auswirkungen auf die Bienenpopulation

Die Asiatische Hornisse jagt Honigbienen im Flug und reißt ihnen den Kopf ab. Ein einzelnes Hornissenvolk kann nach Angaben des NABU (Naturschutzbund) mehrere Bienenvölker innerhalb weniger Wochen zerstören. Besonders betroffen sind Flugbienen, die den Stock verlassen, was die gesamte Kolonie destabilisiert.

Aktuelle Verbreitungskarte

Seit dem Erstnachweis in Frankreich 2004 hat sich die Art rasant ausgebreitet. 2025 ist sie in mindestens 12 deutschen Bundesländern gesichtet worden, darunter Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (Umweltbundesamt (Bundesbehörde)).

Warum das zählt

Imker in betroffenen Regionen verlieren häufig ihre gesamte Saisonproduktion. Die wirtschaftlichen Schäden für die Landwirtschaft – besonders Obst- und Beerenanbau, der auf Bestäubung angewiesen ist – könnten in die Millionen gehen.

Die Karte zeigt: Der Norden und Osten Deutschlands sind noch nicht flächendeckend betroffen, aber die Ausbreitung schreitet nach Einschätzung des NLWKN Niedersachsen (Landesbehörde für Naturschutz) jährlich um 50 bis 100 Kilometer voran.

Die Ausbreitung der Hornisse stellt eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Imkerei dar.

Soll man asiatische Hornissen töten und was ist die Strafe?

Rechtliche Lage in Deutschland

Überraschenderweise gilt die Asiatische Hornisse in Deutschland nicht mehr als meldepflichtig, seit sie im März 2025 von der Kategorie „Frühwarnung“ in die Kategorie „Management“ überführt wurde (Umweltbundesamt (Behörde für Umweltfragen)). Dennoch ist sie weiterhin eine invasive Art, und die Tötung von Tieren ist nicht ohne weiteres erlaubt.

Strafen bei Tötung

  • Eigenmächtiges Töten oder Nestzerstörung kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden – Bußgelder sind je nach Bundesland möglich (Beispiel: bis zu 50.000 Euro theoretisch, in der Praxis niedriger).
  • Die Art ist durch die EU-Verordnung über invasive Arten geschützt (Struktur- und Genehmigungsdirektion Rheinland-Pfalz (Landesbehörde)).
Der Widerspruch

Die Asiatische Hornisse steht unter Schutz, obwohl sie heimische Bienen massiv schädigt. Wer sie eigenhändig bekämpft, riskiert ein Bußgeld. Die Behörden setzen auf Management statt Bekämpfung.

Wer die Art eigenmächtig bekämpft, riskiert hohe Bußgelder – die Behörden setzen auf Management.

Wie wird man Asiatische Riesenhornissen los – Bekämpfung und Meldung

Professionelle Bekämpfung

Nur Fachbetriebe mit entsprechender Genehmigung dürfen Nester entfernen. Das HLNUG (Hessische Umweltbehörde) stellt klar: Seit Frühjahr 2025 besteht keine Verpflichtung der Behörden mehr, Nester zu beseitigen – das gilt auch für andere Bundesländer. Dennoch werden in Einzelfällen Nester in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder Allergikerwohnungen entfernt.

Nestentfernung durch Fachbetrieb

  1. Fachleute erkennen das Nest an der typischen runden Form und der Höhe (meist in Baumkronen oder Dachvorsprüngen).
  2. Die Entfernung erfolgt mit Schutzausrüstung und speziellen Sauggeräten oder Insektiziden.
  3. Kosten: je nach Aufwand 200–600 Euro, nicht von der Krankenkasse übernommen.

Meldepflicht bei Sichtung

Auch wenn die Meldepflicht entfallen ist: Das Umweltbundesamt (Bundesbehörde) empfiehlt, Sichtungen weiterhin den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise zu melden. Viele Länder bieten eigene Meldeportale.

Die professionelle Entfernung ist die einzige legale Möglichkeit, Nester zu beseitigen.

Bekräftigte Fakten

  • Art ist in Deutschland etabliert (seit März 2025). (NLWKN Niedersachsen (Landesbehörde))
  • Stich ist giftig, aber selten tödlich. (NABU (Naturschutzbund))
  • Tötung ohne Genehmigung ist illegal. (Struktur- und Genehmigungsdirektion Rheinland-Pfalz (Landesbehörde))

Was unklar ist

  • Ob die Ausbreitung durch das neue Management gestoppt werden kann.
  • Welche langfristigen ökologischen Folgen eintreten.

Wo kann man eine Asiatische Riesenhornisse melden?

Zuständige Behörden und Meldewege

Die Meldewege unterscheiden sich je nach Bundesland. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Bundesland Meldemöglichkeit Quelle
Hessen Meldeportal des HLNUG (mit Foto) HLNUG
Niedersachsen IASNI / AHlert-Nord NLWKN
Sachsen E-Mail an Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie NABU
Saarland Eigenes Meldeportal / Mailadresse NABU
Thüringen E-Mail oder App „Meine Umwelt“ NABU

Die Meldemöglichkeiten variieren stark – wer keine klare Angabe für sein Bundesland findet, wendet sich am besten an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises.

Online-Portale der Bundesländer

Einige Länder wie Hessen (HLNUG (Hessische Umweltbehörde)) verlangen zwingend ein Foto zur Identifikation. Andere akzeptieren eine kurze Beschreibung des Fundorts und der Anzahl.

Eine Meldung hilft den Behörden, die Ausbreitung besser zu verfolgen.

Timeline: Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Europa

  • : Erstnachweis der Asiatischen Hornisse in Frankreich (Umweltbundesamt)
  • : Erste Populationen in Deutschland (Baden-Württemberg) (NABU)
  • : Verschärfte Überwachung in mehreren Bundesländern
  • : Umstufung von Frühwarnung zu Management (NLWKN Niedersachsen)

Die rasche Ausbreitung zeigt, dass die Art in Europa angekommen ist.

Stimmen zur Asiatischen Riesenhornisse

„Die Asiatische Hornisse stellt eine ernsthafte Bedrohung für unsere heimischen Bienenvölker dar. Wir beobachten eine massive Dezimierung der Flugbienen.“

– NABU-Experte für invasive Arten (Naturschutzbund Deutschland)

„Der Stich fühlt sich an wie ein glühender Nagel. Ich hatte tagelang starke Schwellungen.“

– Mark Vins (Influencer), nach einem Stich während einer Expedition in Asien

„Seit März 2025 entfällt die Pflicht zur Meldung an die Naturschutzbehörden. Dennoch bitten wir weiterhin um freiwillige Meldungen, um die Ausbreitung wissenschaftlich zu begleiten.“

– Mitarbeiter des Umweltministeriums NRW (Abt. Artenschutz)

Die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen die Komplexität des Themas.

Häufig gestellte Fragen

Was tun bei einem Stich der Asiatischen Riesenhornisse?

Kühlen, beobachten. Bei Atemnot oder Mehrfachstichen sofort den Notarzt rufen. Bei bekannten Insektengiftallergien immer adrenalinbereit halten.

Sind Honigbienen durch die Hornisse bedroht?

Ja. Die Hornisse jagt Honigbienen und kann ganze Völker auslöschen. Besonders betroffen sind Flugbienen. (NABU)

Wie erkenne ich einen Neststandort?

Nester sind etwa fußballgroß, grau-bräunlich und in Baumkronen oder unter Dachvorsprüngen. Die Hornissen fliegen meist in einer Linie zum Nest.

Kann ich die Asiatische Riesenhornisse selbst bekämpfen?

Nein. Das ist illegal und gefährlich. Nur Fachbetriebe mit Genehmigung dürfen Nester entfernen. Eigenmächtiges Vorgehen kann zu Bußgeldern führen.

Ist es strafbar, ein Nest zu zerstören?

Ja. Die Art steht unter Schutz der EU-Verordnung über invasive Arten. Ausnahmen nur durch behördliche Genehmigung. (Umweltbundesamt)

Wie groß wird das Nest der Asiatischen Riesenhornisse?

Bis zu 80 cm im Durchmesser, enthält mehrere tausend Arbeiterinnen. Oft in hohen Bäumen versteckt.

Unterscheidet sich das Gift von dem der Europäischen Hornisse?

Das Gift ist ähnlich zusammengesetzt, aber die Asiatische Hornisse injiziert größere Mengen auf einmal. Zudem ist ihr Stachel länger und kann dünnere Kleidung durchdringen.

Die Antworten auf die häufigsten Fragen helfen, Unsicherheiten zu beseitigen.

Für Imker und Behörden bedeutet die Etablierung der Asiatischen Hornisse eine dauerhafte Herausforderung, die nur durch gemeinsames Vorgehen bewältigt werden kann.

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