
Asiatische Hornisse: erkennen, Gefahr & Verhalten
Wer zum ersten Mal eine Asiatische Hornisse sieht, ist oft verunsichert. Die dunkle Färbung und die schwebende Jagdweise wirken bedrohlich – doch wie gefährlich ist sie wirklich? Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die invasive Art erkennen, welche Risiken für Honigbienen bestehen und was Sie bei einer Sichtung tun sollten – mit aktuellen Hinweisen zur Meldepflicht nach der Umstufung 2025.
Körperlänge Arbeiterin: 17–22 mm ·
Körperlänge Königin: bis 30 mm ·
Erstfund in Deutschland: 2014 ·
Ausbreitungsgebiet: vor allem Südwestdeutschland ·
Hauptgefahr: Honigbienen ·
Stichschmerz: ähnlich einheimischer Hornissen
Kurzüberblick
- Wissenschaftlicher Name: Vespa velutina (Umweltbundesamt, Deutschlands oberste Umweltbehörde)
- Herkunft: Südostasien (Umweltbundesamt, Deutschlands oberste Umweltbehörde)
- Körpergröße 17–30 mm, schwarzer Brustkorb, gelbe Beinenden (Umweltbundesamt, Deutschlands oberste Umweltbehörde)
- Langfristige Auswirkungen auf heimische Insektenfauna
- Wirksamkeit großflächiger Bekämpfungsmaßnahmen
- Erstnachweis 2014 in Baden-Württemberg (Umweltbundesamt)
- Seit März 2025 in Deutschland als etabliert eingestuft (Umweltbundesamt)
- Ausbreitung wird sich voraussichtlich fortsetzen
- Meldepflicht entfällt bundesweit, aber freiwillige Meldung empfohlen
- Regionale Bekämpfungsprogramme laufen weiter
Der Steckbrief fasst die wichtigsten Fakten im Überblick zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Vespa velutina |
| Herkunft | Südostasien |
| Erstnachweis in Deutschland | 2014 in Baden-Württemberg |
| Gefährdete Arten | Honigbienen und andere Bestäuber |
| Meldepflicht | in mehreren Bundesländern ja |
Warum ist die Asiatische Hornisse so gefährlich?
Gefahr für Honigbienen
Die Asiatische Hornisse jagt Honigbienen im Flug – sie lauert vor den Fluglöchern der Bienenstöcke und schlägt zu, sobald eine Biene ausfliegt. Der Tagesspiegel (etablierte deutsche Tageszeitung) berichtet, dass die Art zur Beutesuche an Bienenständen auftritt und Bienenvölker schwächen kann. Ein einzelnes Hornissenvolk tötet nach Schätzungen mehrere tausend Bienen pro Saison.
Eine einzige Hornissenkolonie kann pro Tag bis zu 50 Bienen erbeuten – für ein schwaches Volk ein existenzbedrohender Aderlass. Imker müssen daher besonders wachsam sein.
Auswirkungen auf die Biodiversität
Neben Honigbienen erbeutet die Asiatische Hornisse auch andere Bestäuber wie Wildbienen, Schwebfliegen und Wespen. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) weist darauf hin, dass die langfristigen ökologischen Folgen noch nicht abschließend geklärt sind. Die invasive Art könnte die heimische Insektenfauna verändern.
Die Einstufung als etabliert seit März 2025 durch das Umweltbundesamt (Deutschlands zentrale Umweltbehörde) bedeutet, dass eine vollständige Ausrottung nicht mehr erwartet wird. Der Fokus liegt nun auf der Schadensbegrenzung.
Das Fazit: Die Asiatische Hornisse ist vor allem für die Imkerei eine ernste Bedrohung – nicht für den Menschen. Der ökologische Schaden wiegt schwerer als das individuelle Stichrisiko.
Wie erkenne ich die Asiatische Hornisse?
Größe und Aussehen
Die Asiatische Hornisse wirkt insgesamt deutlich dunkler als die Europäische Hornisse. Utopia (Ratgeberportal für Nachhaltigkeit) beschreibt die verlässlichsten Merkmale: Der Brustkorb hinter dem Kopf ist dunkel bis schwarz, die Beinenden sind leuchtend gelb und der Hinterleib ist überwiegend dunkel, hinten aber gelb-orange gemustert. Arbeiterinnen erreichen 17–22 mm, Königinnen bis 30 mm.
Unterschied zur Europäischen Hornisse
Eine schnelle Unterscheidung gelingt anhand der Tabelle – die Europäische Hornisse (Vespa crabro) hat einen rotbraunen Brustkorb und hellere Beine.
Sechs Merkmale, ein klares Muster: Die Asiatische Hornisse ist dunkler, schlanker und trägt gelbe Beinspitzen – die Europäische ist rotbraun und massiger.
| Merkmal | Asiatische Hornisse | Europäische Hornisse |
|---|---|---|
| Brustkorb (Thorax) | Dunkel bis schwarz | Rotbraun |
| Beinenden | Leuchtend gelb | Dunkelbraun bis gelblich |
| Hinterleib | Überwiegend dunkel, gelb-orange Spitze | Gelb mit schwarzen Streifen |
| Kopf | Schwarz mit gelber Stirn | Rotbraun mit gelbem Gesicht |
| Größe Arbeiterin | 17–22 mm | 20–28 mm |
| Neststandort | Hoch in Bäumen, auch an Gebäuden | Hohlräume, Dachböden, Baumhöhlen |
Der Haken: Verwechslungen sind häufig, weil die Hornissen aus der Ferne ähnlich wirken. Ein Foto der Beinenden bringt Gewissheit – dieses Merkmal ist das zuverlässigste.
Nest erkennen
Das Nest der Asiatischen Hornisse ist meist kugelförmig und befindet sich hoch in Bäumen oder an Gebäudefassaden. Es besteht aus einem grauen, papierartigen Material. Das HLNUG (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie) empfiehlt, bei der Meldung immer ein Foto des Nestes mitzuschicken.
Was passiert, wenn man von der Asiatischen Hornisse gestochen wird?
Symptome und Behandlung
Der Stich der Asiatischen Hornisse ist schmerzhaft, aber nicht giftiger als der einer einheimischen Hornisse oder Wespe. Utopia berichtet, dass die Giftmenge vergleichbar ist. Typische Symptome sind Schwellung, Rötung und Juckreiz. Kühlen und Antihistaminika helfen. Bei Stichen im Mund- oder Rachenbereich ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
Gefahr bei Allergien
Für Menschen mit einer Insektengiftallergie kann jeder Hornissenstich lebensbedrohlich sein – unabhängig von der Art. Der Tagesspiegel zitiert Experten, die warnen: Allergiker sollten immer ein Notfallset mit sich führen und nach dem Stich sofort den Notruf wählen.
Die Asiatische Hornisse ist nicht aggressiver als einheimische Arten – sie greift nur an, wenn sie sich direkt am Nest bedroht fühlt. Das Risiko eines unbeabsichtigten Stichs ist also gering, selbst in Gebieten mit hoher Populationsdichte.
Was das bedeutet: Für Nichtallergiker ist die Asiatische Hornisse medizinisch kein Grund zur Sorge – die Gefahr liegt im ökologischen Schaden, nicht im Stich.
Was tun, wenn man eine Asiatische Hornisse sieht?
Meldepflicht
Seit der Einstufung als etabliert im März 2025 besteht in Deutschland keine bundesweite Meldepflicht mehr nach Artikel 16 der EU-Verordnung. Das Umweltbundesamt (Deutschlands oberste Umweltbehörde) empfiehlt jedoch weiterhin, Funde den zuständigen Unteren Naturschutzbehörden zu melden. Der NABU bietet eine eigene Meldeplattform an. In Hessen ist die Meldung mit Foto Pflicht (HLNUG).
Nestentfernung
Ein Nest der Asiatischen Hornisse sollte niemals selbst entfernt werden. Die Tiere verteidigen ihr Nest vehement. Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV) rät, Fachleute wie Imker oder Schädlingsbekämpfer zu kontaktieren. Diese können das Nest fachgerecht entfernen oder die örtliche Feuerwehr informieren.
Drei Schritte im Umgang mit einer Sichtung:
- Dokumentieren: Foto machen (besonders Beinenden und Brustkorb), Standort notieren, Datum festhalten.
- Melden: Über das Meldeportal des Bundeslandes oder beim NABU (NABU-Meldeaktion) – immer mit Foto.
- Nest nicht stören: Abstand halten, keine Eigenentfernung – Fachkraft kontaktieren.
Der Rat: Wer frühzeitig meldet, hilft, die Ausbreitung zu verlangsamen und Bienenstände zu schützen. Je mehr Daten die Behörden erhalten, desto gezielter können sie eingreifen.
Soll man asiatische Hornissen töten?
Rechtliche Lage
Das Töten von Asiatischen Hornissen ohne Erlaubnis kann illegal sein. Der Forum-Verlag (Fachverlag für Kommunalrecht) erläutert, dass die Art zwar als etabliert gilt, aber weiterhin unter der EU-Verordnung zu invasiven Arten steht. Eine gezielte Tötung einzelner Tiere ohne Genehmigung ist nicht erlaubt. Die Bekämpfung von Nestern darf nur durch autorisierte Personen erfolgen.
Alternative Maßnahmen
Statt selbst zu töten, sollten Bürger die zuständigen Behörden einschalten. Der DSV empfiehlt, Nester von Fachleuten entfernen zu lassen. Imker können ihre Bienenvölker mit Fluglocheinengungen oder Gittervorsätzen schützen.
Natürliche Feinde
In Europa hat die Asiatische Hornisse keine natürlichen Feinde, die ihre Population regulieren. Der NABU bestätigt, dass einheimische Vögel und Insektenfresser die Hornisse kaum angreifen. Deshalb ist die Bekämpfung durch den Menschen notwendig, um die Bienen zu schützen.
Imker wollen die Hornisse bekämpfen, um ihre Völker zu retten – doch Naturschützer warnen vor Kollateralschäden an anderen Insekten. Die Lösung liegt in gezielten, fachgerechten Nestentfernungen, die beide Interessen berücksichtigen.
Vorteile einer Bekämpfung
- Schützt Honigbienen und andere Bestäuber
- Verlangsamt die weitere Ausbreitung
- Entlastet Imkereien wirtschaftlich
Nachteile einer Bekämpfung
- Kann andere Insekten schädigen (Gift, Fallen)
- Hoher Aufwand für Behörden und Imker
- Rechtliche Grauzone bei Eigeninitiative
Die Abwägung: Eine flächendeckende Ausrottung ist nicht mehr möglich – die Bekämpfung konzentriert sich auf Hotspots, um Bienenstände zu schützen. Die Entscheidung über Maßnahmen liegt bei den Fachbehörden.
Bestätigte Fakten und was noch unklar ist
Bestätigte Fakten
- Die Asiatische Hornisse ist in Deutschland dauerhaft etabliert (Umweltbundesamt)
- Der Stich ist für Nichtallergiker nicht tödlich
- Meldepflicht in einigen Bundesländern entfallen, aber Meldung weiterhin empfohlen
Was unklar ist
- Langfristige Auswirkungen auf heimische Insektenfauna
- Wirksamkeit großflächiger Bekämpfungsmaßnahmen
Stimmen von Experten
„Die Asiatische Hornisse ist nicht aggressiver als die Europäische Hornisse. Sie greift Menschen auch nicht an, solange man sich dem Nest nicht zu sehr nähert.“
– NABU (Naturschutzbund Deutschland)
„Die Asiatische Hornisse ist kleiner und dunkler als die heimische Hornisse. Die schwarze Brust, die gelben Beinenden sowie der dunkle Hinterleib mit einer gelb-orangen Binde sind die sicheren Erkennungsmerkmale.“
– LUBW Baden-Württemberg (Landesanstalt für Umwelt Bad.-Württ.)
Fazit
Die Asiatische Hornisse stellt eine reale Gefahr für die Imkerei und die heimische Biodiversität dar – aber keine für den Menschen. Wer sie erkennt und richtig meldet, hilft, die Ausbreitung zu kontrollieren. Für Imker in den betroffenen Regionen ist die Entscheidung klar: Schützen Sie Ihre Völker durch frühzeitige Meldung und fachgerechte Nestentfernung, oder riskieren Sie erhebliche Verluste. Die Behörden sind auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, um die Population im Zaum zu halten.
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Häufig gestellte Fragen
Wie groß wird die Asiatische Hornisse?
Arbeiterinnen erreichen 17–22 mm, Königinnen bis 30 mm. Die Europäische Hornisse wird mit 20–28 mm ähnlich groß.
Kann die Asiatische Hornisse mehrfach stechen?
Ja, sie kann wie andere Hautflügler mehrfach zustechen, da ihr Stachel keine Widerhaken hat.
Ist die Asiatische Hornisse in ganz Deutschland verbreitet?
Der Schwerpunkt liegt in Südwestdeutschland (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen). Einzelfunde gibt es aber auch in Norddeutschland.
Was lockt die Asiatische Hornisse an?
Sie wird von Bienenständen, Obstbäumen und süßen Substanzen angelockt – vor allem während der Jagd auf Bienen.
Kann die Asiatische Hornisse Haustiere gefährden?
Nein, für Hunde und Katzen ist sie nicht gefährlicher als andere Hornissen. Nur bei Allergien oder Stichen im Maulbereich kann es kritisch werden.
Wie unterscheidet man die Asiatische von der Japanischen Hornisse?
Die Japanische Hornisse (Vespa mandarinia) ist deutlich größer (bis 50 mm) und hat einen gelben Kopf. Sie kommt in Europa nicht vor.
Werden Asiatische Hornissen von Licht angezogen?
Sie sind tagaktiv und werden nicht von Licht angezogen. Nächtliche Aktivität ist untypisch.