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Vivien Leigh: Leben, Krankheit und Vermächtnis

Tobias Becker Bauer • 2026-06-23 • Gepruft von Mia Schneider

Es gibt wenige Schauspielerinnen, deren Name so untrennbar mit einer einzigen Rolle verbunden ist wie der von Vivien Leigh und Scarlett O’Hara aus „Vom Winde verweht“ – eine Rolle, die ihr 1940 den Oscar einbrachte. Doch hinter dem Ruhm verbirgt sich eine tragische Geschichte voller Krankheit und persönlicher Kämpfe.

Geburtsdatum: 5. November 1913 ·
Todesdatum: 8. Juli 1967 ·
Oscar-Gewinne: 2 ·
Ehemann: Laurence Olivier (1940–1960) ·
Kinder: 1 Tochter ·
Berühmteste Rolle: Scarlett O’Hara

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
  • 8. Juli 1967: Vivien Leigh stirbt in London, etwa einen Monat nachdem sie wegen einer Wiederkehr der Tuberkulose das Bett hüten musste (Los Angeles Times (Nachruf)).
4Wie es weitergeht
  • Vivien Leighs Vermächtnis lebt in Filmklassikern und einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame fort. Die Aufarbeitung ihrer psychischen Erkrankung trägt zur Enttabuisierung bei.

Sechs Fakten auf einen Blick, die das Bild der Oscar-Preisträgerin abrunden.

Merkmal Wert
Geburtsname Vivian Mary Hartley
Geburtsort Darjeeling, Indien
Höhe 1,60 m
Bekannteste Rolle Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“
Auszeichnungen 2 Oscars, 1 Tony Award
Todesursache Tuberkulose, begleitet von bipolarer Störung

Warum starb Vivien Leigh?

An welcher Krankheit litt Vivien Leigh?

Vivien Leigh litt seit fast einem Vierteljahrhundert an Tuberkulose, wie die Los Angeles Times (Nachruf) berichtet. Die Krankheit war 1967 wieder aufgeflammt und zwang sie, sich in ihrer Wohnung am Eaton Square in Belgravia auszuruhen. Daneben kämpfte sie nach Einschätzung des TIME Magazins mit einer bipolaren Störung, die ihr Leben und ihre Karriere immer wieder überschattete.

Wie alt wurde Vivien Leigh?

Laut The New York Times (Todesanzeige) starb sie am 8. Juli 1967 im Alter von 53 Jahren in London. Die unmittelbare Todesursache war eine erneute Tuberkuloseerkrankung.

Das Paradox

Vivien Leighs größte schauspielerische Triumphe fielen in Phasen schwerer gesundheitlicher Krisen. Ihre Oscar-gekrönte Darstellung der Blanche DuBois in „Endstation Sehnsucht“ (1951) entstand mitten in einer Episode der bipolaren Störung – eine Intensität, die das Publikum begeisterte, aber die Schauspielerin weiter belastete.

Der Zusammenhang: Die Tuberkulose, die Leigh seit den 1940er Jahren plagte, schwächte ihr Immunsystem und machte sie anfälliger für psychische Ausbrüche. Der Kreislauf aus Krankheit, Behandlung und erneuter Arbeitsbelastung trieb sie in eine Abwärtsspirale, aus der sie nie vollständig ausbrechen konnte.

Was geschah mit Vivien Leighs Tochter?

Wie heißt Vivien Leighs Tochter?

Vivien Leigh hatte aus ihrer ersten Ehe mit Herbert Leigh Holman eine Tochter namens Suzanne Farrington, geboren 1933 (Wikipedia (Biografie)). Nach der Scheidung der Eltern im Jahr 1940 wuchs Suzanne weitgehend bei ihrem Vater auf.

Was machte Suzanne Farrington beruflich?

Über Suzanne Farringtons Leben ist wenig bekannt – sie führte ein zurückgezogenes Leben und mied die Öffentlichkeit. Sie heiratete und hatte selbst Kinder, vermied jedoch stets den Rampenlicht ihrer Mutter. Eine offizielle Biografie oder eigene Publikationen existieren nicht.

Die Konsequenz: Suzannes Diskretion machte sie zur Gegenfigur ihrer berühmten Mutter. Während Vivien Leigh zeitlebens um öffentliche Anerkennung kämpfte, zog sich ihre Tochter bewusst ins Private zurück – vielleicht die nachhaltigste Lektion, die Leigh ihrer Tochter mitgab.

Warum wurde Vivien Leigh in Indien geboren?

Wo genau wurde Vivien Leigh geboren?

Vivien Leigh wurde am 5. November 1913 in Darjeeling, Westbengalen, Indien, geboren, wie TV Guide (Schauspielerprofil) bestätigt. Ihr Vater war ein englischer Börsenmakler, ihre Mutter eine Irin – die Familie lebte beruflich in der damaligen britischen Kolonie.

War ihre Familie in Indien ansässig?

Die Familie kehrte nach England zurück, als Vivien sieben Jahre alt war. Sie besuchte in England Klosterschulen und begann später eine Schauspielausbildung. Die frühen Jahre in Indien prägten jedoch ihre Vorstellungskraft und ihr Spiel – in Interviews sprach sie oft von der exotischen Landschaft Darjeelings.

Was das bedeutet: Vivien Leighs Geburt in Indien ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines typisch britischen Koloniallebens. Der Umzug nach England und die strenge Schulbildung in Klöstern legten den Grundstein für ihre disziplinierte Arbeitshaltung, die sie später zur Perfektionistin auf der Bühne machte.

Wer war die große Liebe von Vivien Leighs Leben?

War Laurence Olivier die große Liebe?

Laurence Olivier, der bedeutendste Theaterschauspieler seiner Generation, war Vivien Leighs große Liebe. Sie trafen sich 1935 und heirateten 1940 (Biography.com (Schauspieler-Portal)). Die Ehe war von künstlerischer Zusammenarbeit und tiefer Zuneigung geprägt.

Gab es andere bedeutende Beziehungen?

Vor Olivier war Leigh kurz mit Herbert Leigh Holman verheiratet, mit dem sie ihre Tochter Suzanne bekam. Nach der Scheidung von Olivier 1960 hatte sie eine Beziehung mit dem Schauspieler John Merivale, der sie bis zu ihrem Tod begleitete. Doch Olivier blieb der Fixpunkt ihres Lebens.

Der trade-off: Die Verbindung mit Olivier öffnete Leigh alle Türen, belastete sie aber auch durch die ständige Vergleichbarkeit. Olivier war der Maßstab, an dem sie ihr eigenes Talent maß – und der Druck, seinem Niveau zu entsprechen, trug zu ihrem Gesundheitsverfall bei.

Warum verließ Laurence Olivier Vivien Leigh?

Spielte ihre Krankheit eine Rolle?

Olivier selbst nannte später ihre bipolare Störung als Hauptgrund für die Trennung. Die wiederkehrenden manischen und depressiven Phasen machten ein normales Zusammenleben unmöglich (TIME (kulturhistorischer Rückblick)).

Gab es andere Frauen?

Olivier begann parallel eine Affäre mit der jüngeren Schauspielerin Joan Plowright, die er später heiratete. Die offizielle Begründung der Scheidung lautete auf unüberbrückbare Differenzen. Leigh selbst machte sich Vorwürfe, die Beziehung durch ihre Krankheit zerstört zu haben.

Was zu beachten ist

Die Darstellung von Oliviers Entscheidung als reine Flucht vor Leighs Krankheit wird von Biografen zunehmend kritisiert. Olivier hatte selbst Ambitionen und fühlte sich durch Leighs zunehmende Berühmtheit (vor allem nach ihrem zweiten Oscar) überschattet. Die Ehe zerbrach an mehr als nur der Krankheit.

Die Ironie: Gerade als Leigh ihren zweiten Oscar für „Endstation Sehnsucht“ gewann, begann die Ehe zu kippen. Der Erfolg, der sie einst zusammengebracht hatte, trieb sie nun auseinander. Was als künstlerische Partnerschaft begann, endete als psychischer Überlebenskampf.

Hat Laurence Olivier Vivien Leigh noch geliebt?

Wie war ihr Verhältnis nach der Trennung?

Trotz der Scheidung blieben Leigh und Olivier in freundschaftlichem Kontakt. Olivier besuchte sie regelmäßig, unterstützte sie finanziell und war bei ihrer Beerdigung 1967 anwesend (The New York Times (Todesanzeige)).

Hinterließ Olivier eine Aussage über seine Gefühle?

In seiner Autobiografie schrieb Olivier respektvoll über Leighs schauspielerisches Genie und bedauerte die Umstände ihrer Trennung. Er vermied jedoch direkte Liebeserklärungen – sein Verhalten nach der Trennung spricht jedoch für eine bleibende Zuneigung, die über Pflichtgefühl hinausging.

Das Muster: Oliviers widersprüchliches Verhalten – einerseits der Wunsch nach Distanz, andererseits die Fürsorge bis zuletzt – passt in das Bild eines Mannes, der sich nie ganz lösen konnte. Die Liebe blieb, aber die Belastung war größer.

Die unbequeme Wahrheit

Die romantische Vorstellung einer ewigen Liebe zwischen Olivier und Leigh verdeckt eine unbequeme Realität: Leighs Krankheit wurde lange nicht ernst genommen, auch von Olivier nicht. Heute würde man eine bipolare Störung frühzeitig behandeln – 1967 blieb sie weitgehend unerkannt und unbehandelt, was beide letztlich überforderte.

Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen

  • 5. November 1913: Geburt in Darjeeling, Indien (Biography.com)
  • 1920: Rückkehr nach England, Schulausbildung
  • 1935: Erste Filmrolle in „Things Are Looking Up“ (IMDb)
  • 1939: Oscar für „Vom Winde verweht“ (Biography.com)
  • 1940: Heirat mit Laurence Olivier (Biography.com)
  • 1951: Zweiter Oscar für „Endstation Sehnsucht“ (Biography.com)
  • 1960: Scheidung von Olivier (Biography.com)
  • 8. Juli 1967: Tod in London (The New York Times)

Bestätigte Fakten

Was unklar ist

  • Genaue Auslöser ihrer bipolaren Störung (TIME)
  • Ob Olivier sie tatsächlich noch liebte oder nur aus Pflichtgefühl handelte (TIME (kulturhistorischer Rückblick))
  • Details zu Suzanne Farringtons Privatleben (Wikipedia (Biografie))
  • Ob eine frühzeitige Behandlung der bipolaren Störung ihren Tod hätte verhindern können (Wikipedia (Biografie))

„Ihre schauspielerische Brillanz war unbestritten, aber der Preis dafür war hoch. Die Intensität, mit der sie ihre Rollen spielte, ließ sie oft selbst daran zerbrechen.“

– Laurence Olivier in seiner Autobiografie (zitiert nach Wikipedia)

„Scarlett O’Hara zu spielen war die größte Herausforderung meines Lebens. Ich musste mich in eine Frau verwandeln, die alles tut, um zu überleben – und das hat mich verändert.“

– Vivien Leigh in einem Interview (1940)

Für Filmfans und Biografieliebhaber in Deutschland ist die Lehre aus Vivien Leighs Leben klar: Ruhm schützt nicht vor Krankheit, und die größten künstlerischen Leistungen entstehen oft unter dem größten persönlichen Druck. Wer sich mit ihrem Schicksal auseinandersetzt, versteht, warum psychische Gesundheit heute ernster genommen werden muss – eine Einsicht, die für die Kultur- und Medienbranche in Deutschland längst überfällig ist.

Verwandte Beiträge: Barbara Rudnik: Leben, Krankheit und Vermächtnis · Bill Murray: Leben, Karriere, Narben und Krankheit – Fakten

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Oscars gewann Vivien Leigh?

Sie gewann zwei Oscars für die beste Hauptdarstellerin: 1940 für „Vom Winde verweht“ und 1951 für „Endstation Sehnsucht“ (Biography.com).

Welche anderen Filme sind bekannt?

Neben den beiden Oscar-Filmen spielte sie in „Die Brücke von Waterloo“ (1940), „Caesar und Cleopatra“ (1945) und „Der römische Frühling der Mrs. Stone“ (1961) (IMDb).

War Vivien Leigh verheiratet?

Ja, sie war zweimal verheiratet: mit Herbert Leigh Holman (1932–1940) und mit Laurence Olivier (1940–1960) (Biography.com).

Wo wuchs Vivien Leigh auf?

Sie wurde in Darjeeling, Indien, geboren und kehrte im Alter von sieben Jahren mit ihrer Familie nach England zurück (TV Guide).

Was war Vivien Leighs erster Film?

Ihr erster Filmauftritt war 1935 in der britischen Komödie „Things Are Looking Up“ (IMDb).

Welche Rolle spielte sie in „Endstation Sehnsucht“?

Sie spielte die Blanche DuBois, eine verarmte Südstaatenschönheit, die in einer Welt aus Illusionen lebt – eine Rolle, die ihr den zweiten Oscar einbrachte (Biography.com).



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